STIFTUNG FLUCHT, VERTREIBUNG UND VERSÖHNUNG

Interdisziplinärer nichtoffener Wettbewerb für Landschaftsarchitekten und Künstler

AUSZEICHNUNG
Wettbewerb: 1. Preis, darauffolgende Beauftragung

ORT

Berlin-Kreuzberg

AUFTRAGGEBER
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vertreten durch Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)


FLÄCHE
1.700 qm

NETTOBAUKOSTEN
800.000 €

BEAUFTRAGUNG
Freianlagen LP 2 - 9, Kunst am Bau

BEARBEITUNGSZEIT

Fertigstellung: 2019

PROJEKTPARTNER

Via Lewandowsky

Mehrere Millionen Nägel, in den das Gebäude umlaufenden schwarzen Asphalt eingeschlagen, bilden ein unregelmäßiges Raster aus silbrig glänzenden Punkten und markieren den Ort von zahllosen Flucht- und Leidensstationen. Ein Teil des Bodens ist so dicht benagelt, dass der schwarze Asphalt fast vollständig überdeckt wird. In der Verwendung auf dem Grundstück der Stiftung „Flucht, Vertreibung und Versöhnung“ ist der Nagel Form und Ausdruck des Gedenkens und Erinnerns: Jeder einzelne Nagel ist wie die Markierung einer Etappe, einer Flucht zwischen Ausgangs- und Endpunkt. Die Nägelköpfe sind eine Verdichtung von individuellen Routen ohne die die Punkte verbindenden Linien. Ein dichtes Gewebe sich überschneidender oder nebeneinander laufender Wege. Der Nagel schreibt an diesem Ort individuelle und kollektive Geschichte in den Boden ein. Jeder Nagel wird einzeln in den Boden eingeschossen, ein martialischer Akt, der eine nicht mehr zählbare Summe einzelner Schicksale und schmerzhaften Erlebens festhält. Millionen von Nägeln symbolisieren so die Nichtrepräsentierbarkeit, Unfaßbarkeit, Nichtzählbarkeit und Nichtdarstellbarkeit des Erlebens von Flucht und Vertreibung.

Der Belag des Freiraums besteht aus Gussasphalt. Der dunkle Asphalt korrespondiert mit dem Basaltsockel des Gebäudes. Die gesamte Fläche ist begehbar und teilweise befahrbar. Silbrig schimmernde Edelstahlnägel mit einem Kopfdurchmesser von ca. 7mm werden auf die gesamte Freifläche genagelt. Die Dichte der Benagelung nimmt zum Gebäude hin ab. So entsteht ein zusammenhängender Raum um das Gebäude, der als Einheit wahrgenommen wird.
Die Anzahl und Gestaltung der Freiraummöbel werden auf das absolut Notwendige reduziert, um der Bodenfläche einen maximalen Raum zu geben. Im südlichen Bereich an der Anhalterstraße lädt eine 10m lange Bank zum Sitzen und Verweilen ein. Die Oberfläche der Bank besteht wie der Belag der Bodenflächen aus dunklem Gussasphalt.